Jede Rolle die wir übernehmen, will in Bezug auf dich etwas “beweisen”,
häufig genau das Gegenteil dessen, was du von dich selbst glaubst. Wenn es in einem Bereich deines Lebens also Schwierigkeiten gibt, ist dies ein Zeichen dafür, dass du bestimmte Rollen in deinem Leben spielst, statt in wahrem Kontakt, Kommunikation und Authentizität zu leben.

Das Übernehmen bestimmter Rollen ist die Ursache Nummer eins für das Gefühl des Ausgebranntseins und die zweitwichtigste, zu Stress führende Dynamik. Hinter jeder Rolle verbergen sich jedoch Gefühle der Schuld, der Aufopferung, des Überdrusses und des Feststeckens. Darunter liegen Gefühle des Versagens. Und begraben unter all diesen Gefühlen liegt die Todessehnsucht.

Das Gefühl der Leere in unserem Leben ist ein sicheres Zeichen dafür, dass
bestimmte Rollen am Werk sind. Die Erstarrung entsteht dadurch, dass wir die Dinge nur “tun”, nicht aber uns selbst einbringen. Und so bleiben Empfangen und neue Frische aus.

Verteigigungsmassnahmen

Rollen sind eine Verteidigungsmassnahme, um uns selbst vor Gefühlen des
Kummers, der Schuld und des Misserfolgs zu schützen, ja sogar vor dem überwältigenden Gefühl, vor Schmerz sterben zu müssen. Durch eine Rolle wollen wir somit irrige Überzeugungen in Bezug auf uns selbst, die uns Schmerz oder Probleme bereiten, kompensieren. Daher stellen wir
uns selbst in einer Art und Weise dar, die genau das Gegenteil dieser Überzeugungen ist und uns die Anerkennung der Menschen sichert, die uns wichtig sind.

Zuerst geben wir das, was wir wirklich sind, zugunsten einer falschen Überzeugung auf, dann geben wir uns auf, um “gut” (manchmal auch schlecht) zu sein, und schliesslich, um einen “nützlichen”, “tatkräftigen” oder “hart arbeitenden” Menschen zu spielen. Das Problem liegt darin, dass bei all diesen Verhaltensweisen der Lohn ausbleibt; er fliesst in die Rolle
selbst hinein, in den Beweis, ein “guter” Mensch zu sein. Es gibt kein Empfangen, da wir uns selbst in unserem Handeln nicht wahrhaft geben. Daher verschliessen wir unsere Augen, verlieren bald unsere Energie und gelangen an einen Ort, wo wir uns alt, ausgelaugt und erschöpft fühlen. Das führt wiederum zu Ausgebranntsein.

Eine Rolle bedeutet, das Richtige zu tun, aber aus einem falschen Grund. Es ist, als würden wir eine Rüstung tragen, die uns eigentlich schützen soll, die tatsächlich aber auch all unsere Nahrung abblockt.

Das Rollenspiel

Eine Rolle kann ein ziemlich gutes Erfolgsrezept sein, jedoch fehlt es an innerer Substanz. Daher kommt sich ein in einer Rolle gefangener Mensch oft wie ein Hochstapler vor. Du wirst jetzt aufgefordert, auf die Bereiche zu schauen, in denen du die Dinge nach Vorschrift erledigst oder “weil sie vondir erwartet wird” statt sie aus freiem Willen zu tun.

Jede Wahl, die du triffst, ermöglicht es dir, dir selbst zu geben und somit auch zu empfangen. Lebe dein Leben engagiert und in Wahrheit, damit du wieder im Spiel des Lebens mitspielen kannst.

Wenn du eine Rolle spielst, gibst du (in den meisten Fällen) allen anderen Spielern ein gutes Blatt, vergisst beim Austeilen der Karten jedoch dich selbst. Vergebung ist deshalb ein weiterer Weg, derdich aus dieser Kompensation befreien könnte, die keine Früchte trägt. Verbindliches Engagement, das heisst, sich selbst voll und ganz zu geben, kann diese Blockade lösen.

Die Macht der Wahl

Die Wahl ist das mächtigste Werkzeug unseres Geistes. In seinen tiefsten Regionen bestimmt unsere Macht der Wahl oder der Entscheidung die Welt, die wir sehen, die Beziehungen, die wir eingehen, und den Erfolg, den wir haben. Auch unsere Gedanken, unsere Überzeugungen, unsere Gefühle und unser Verhalten beruhen auf einer Wahl, die wir treffen.

Das heisst in anderen Worten, dass wir unsere Erfahrungen durch die von uns getroffenen Entscheidungen selbst bestimmen, und was uns widerfährt, ist ebenfalls das Resultat einer Wahl. Wenn wir uns dies bewusst machen, dann können wir in Zukunft eine bessere Wahl treffen, so
dass wir durch unsere Macht zu wählen, welche Haltung wir gegenüber allem, was uns widerfährt, einnehmen wollen, sogar ganz bewusst Tragödien in heroische Taten oder Verwüstung in Erleuchtung verwandeln
können.

Die Macht deiner Fähigkeit, das zu wählen, was du willst, wird dich voranbringen. Wenn dir die Ereignisse nicht gefallen, triffst du einfach eine neue Wahl. Wenn du feststellst, dass etwas geschieht, das du nicht möchtest, so wählst du etwas anderes.

Die folgenden Formulierungen können dir dabei helfen:

Dies ist ein Fehler. Dies ist nicht das, was ich möchte. Ich will diesen Schmerz, diesen Kummer, diesen Stress, dieses Elend nicht.

Was ich möchte, ist ____________________________________
(formuliere deine Wahl möglichst klar und präzise).

Erkenne, dass es in deiner Verantwortung liegt, deine Überzeugungen, deine Gedanken und Gefühle, dein Verhalten oder deine Lage durch deine Wahl zu verändern, wenn sie dir nicht gefallen.

Sei dir bewusst, dass so manchem chronischem Muster auf seelischer Ebene
unzählige Schichten negativer Überzeugungen innewohnen. Aber durch jede Wahl wird mindestens eine Schicht entfernt, manchmal auch mehrere oder sogar alle Schichten.

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Das war eins von drei Schlüsselkonzepten eines Opfers:

  1. AUFOPFERUNG
  2. WERTLOSIGKEIT
  3. ROLLENSPIEL

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