Martin K. fragt Dr. Smalling:

I wurde zwar in einem katholischen Haushalt erzogen und war sogar Ministrant in unserer Dorfkirche. Das unverfälschte Evangelium von Jesus Christus habe ich jedoch erst Jahrzehnte später gehört und verstanden. Seit ich neugeborener Christ bin, können viele meiner Verwandten nicht nachvollziehen, wenn ich sage, dass ich die Götzenanbetung aufgegeben habe weil ich diese und viele weitere katholische Traditionen für unbiblisch halte. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Katholiken davon überzeugt sind, dass sie NICHT Maria und Heilige anbeten, konnte ich bisher keine Erklärung finden, die es meiner Familiue ermöglicht hat meine Entscheidung nachzuvollziehen. Wie würden Sie einen Katholiken liebevoll konfrontieren und ihm erklären, dass die Verehrung Marias und anderer Heiliger, wie sie es tun, unbiblisch ist?

Dr. Smallings Antwort:

Die Beseitigung des Götzendienstes einer katholischen Person rettet sie nicht.

Die Tatsache, dass sie gerettet wird, beseitigt den Götzendienst.

Ein unerlöster Katholik, der keine Götzen anbetet, ist genauso verloren wie ein Katholik, der dies tut. Jesus machte deutlich, dass wir das Himmelreich nicht sehen werden, wenn wir nicht von neuem geboren werden (Johannes 3).

Im Umgang mit Katholiken ist es hilfreich, die Logik der Theologie zu verstehen, in die sie eingeweiht wurden. Danach werde ich Ihnen einige praktische Dinge geben, die Sie ihnen sagen können. Zwei Punkte:

1) Denken Sie daran, dass die Katholiken nicht an die Hinlänglichkeit des Opfers Christi am Kreuz glauben. Jesus starb für die Todsünden, um das Heil für alle möglich zu machen, aber nicht zur Gewissheit für jeden. Die entschuldbaren Sünden müssen durch eigene Verdienste, Buße und Leiden im Fegefeuer gesühnt werden.

2) Schatzkammer der Verdienste: Gemäss der katholischen Tradition haben Maria und die Heiligen mehr Verdienste erworben, als sie brauchten, um das Fegefeuer zu umgehen und direkt in den Himmel zu kommen. Es wäre ungerecht, wenn Gott diese überschüssigen Verdienste wegwerfen würde. Deshalb legt er sie in einer „Schatzkammer der Verdienste“ ab. Gläubige auf der Erde können Maria oder einen Heiligen bitten, ihnen etwas von ihren überschüssigen Verdiensten zu geben. Der Katholik sieht dies nicht als Anbetung an, sondern bittet lediglich um einen Gefallen. Sie argumentieren, dass wir auch nicht sagen würden, dass wir einen Freund anbeten, nur weil wir ihn um einen Gefallen bitten.

Aus der Heiligen Schrift erkennen wir die beiden oben genannten Punkte als durch und durch blasphemisch. Obwohl die katholische Argumentation über Maria und Heilige eine gewisse Gültigkeit haben mag, ist diese Praxis dennoch unbiblisch und stellt ein falsches Evangelium dar, das nicht rettet. Die Heilige Schrift macht deutlich, dass das Opfer Christi völlig ausreicht, um zu sagen, dass Gott allein mit dem Gottesdienst angebetet werden soll (Matthäus 4,10) und dass im Namen Jesu zum Vater gebetet werden soll (Johannes 16,26).

Wie können wir all dies durchbrechen? Indem wir tun, was Paulus gesagt hat: Christus und den gekreuzigten Christus predigen. Siehe 1. Korinther 1,23; 2,2 und Galater 2,21; 3,1.

Mit dem Predigen von Christus, dem Gekreuzigten, meine ich das Erklären:


1) Die völlige Genügsamkeit des Kreuzes. Besonders gerne verwende ich Galater 2,21: „Ich setze die Gnade Gottes nicht beiseite; denn wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz erlangt werden könnte, wäre Christus umsonst gestorben!“ Ich umschreibe das manchmal so: „Wenn die Gerechtigkeit durch unsere eigenen Verdienste kommt, dann ist Christus umsonst gestorben.“


2) Die völlige Hinlänglichkeit Christi als unser Hohepriester, um uns vollständig zu retten. Hebräer 7

Ein anderer Ansatz, der sich bei Katholiken bewährt hat, sind die Fünf Solas. Wenn Sie diese als klassische Zusammenfassung der protestantischen Theologie im Vergleich zur katholischen Theologie nicht kennen, führe ich sie hier auf, obwohl ich in meinen Predigten nur die ersten drei verwende.

Christus allein: Die Erlösung kommt allein durch Jesus Christus, nicht durch Jesus und Maria oder Heilige. (Johannes 14:6; Apostelgeschichte 4:12) Jesus ist der einzige Vermittler, 1 Timotheus 2:5. Die Kirche ist kein Vermittler.

Allein die Gnade: Allein durch Gottes freie Gabe, allein durch die Verdienste Christi; nicht durch Gnade plus eigene Verdienste. (Epheser 2:8-9)

Allein der Glaube: Nicht Glaube plus Sakramente oder gute Werke. (Römer 5,1)

Allein die Heilige Schrift: Nicht die Heilige Schrift plus päpstliche Dekrete und menschliche Traditionen. (1. Timotheus 3:16,17)

Allein die Herrlichkeit Gottes: Nicht die Herrlichkeit Gottes plus die Herrlichkeit einer Kirche. (Römer 11,36)

Hast auch du eine brennende Frage zu einem biblischen Thema?

Hier kannst du sie Dr. Smalling stellen